Anna Hajda Foto Son

Anna Hajda (geb. Siegl)

Mit großem Bedauern müssen wir bekanntgeben, dass Anna Hajda am Montag, den 24.08.2020, nach langer, geduldig ertragener Krankheit, im 86. Lebensjahr verstorben ist.

Nachruf

Anny, wie sie von allen genannt wurde, war Mitbegründerin und für viele Jahrzehnte Seele des weiblichen Sektors des Brucker Basketballvereines. Als aktive Spielerin errang die „schnelle Anny“ sowohl mit Bruck zahlreiche Titel, spielte aber auch in der damals höchsten Spielklasse, der Wiener Liga. Einer Einberufung ins Nationalteam konnte sie leider nicht Folge leisten. Mit Bruck als Wohnsitz und ohne eigenes Auto war es nicht möglich, regelmäßig an den häufigen Trainings teilzunehmen.

Nach dem Damen Landesmeistertitel 1970 galt Annys Hauptinteresse der Arbeit als Trainerin weiblicher Jugendmannschaften. Zahlreiche 2. und 3. Plätze bei Staatsmeisterschaften waren der verdiente Lohn. In Erinnerung bleibt die Saisonabschlussfeier mit dem weiblichen Nachwuchs beim „Joiser Ochsenbründl“, wo die Erfolge bei Würstel und Cola in schöner landschaftlicher Umgebung gefeiert wurden. Der Höhepunkt dieser Feier war Annys „Köpfler in den Ochsenbründlteich“! Und dieser war zugleich auch der Startschuss für viele, es der Trainerin gleich zu tun!

An der Seite ihres Gatten, OStr. Prof. Josef Hajda, betreute sie über Jahre die weiblichen Schulmannschaften des BG/BRG Bruck an der Leitha. Bei allen großen Schulturnieren war sie Co-Trainer, Coach und „Mutter für Alles“, wofür ihr auch Dank und Anerkennung des Landesschulrates ausgesprochen wurde. Gekrönt wurden die Bemühungen 1986 mit dem Bundesschulstaatsmeistertitel und somit die Teilnahme an den Schulweltmeisterschaften in Israel.

Unvergessen ist für alle Mädchen, die durch ihre Hände gegangen sind, der im Training oft zitierte Satz: „Du musst den Ball liebhaben!“

Gegen Ende der 80er Jahre zog sich Anny aus dem Trainerbereich zurück und übergab an die nächste Generation. Bis Ende der 90er Jahre wurde einmal pro Woche mit ihren sportlichen Weggefährtinnen Basketball gespielt und sogar alljährlich ein „Trainingslager“ in Obertraun absolviert – natürlich mit dem entsprechenden gesellschaftlichen Rahmenprogramm.

Dem Basketballsport und dem Brucker Basketballverein war sie immer treu. Oft traf man sie bei Spielen in der Halle und bei unseren Saisonabschlussfesten. Die Basketballkarriere ihrer Kinder und Enkel hat sie stets unterstützt und verfolgt.

Für die umfassende Leistung für den österreichischen Basketballsport erhielt Anny das „Goldene Ehrenzeichen des Österreichischen Basketballverbandes“.

Den Brucker Basketballern wird sie immer als engagierter und lebenslustiger Mensch in Erinnerung bleiben.

 

Ein persönlicher Abschied von Gertrude VARGA:

Liebe Anny, liebe Sportkameradin, liebe Freundin!

Was kann ich überhaupt zum Abschied sagen, was nicht schon oft gesagt wurde? Ein Abschied ist immer das Schwerste von allem!

Es war Herbst 1953: Univ.-Prof. Dr. Dr. Rudolf Weiler kam aus Wien nach Bruck als Kaplan. Eines Tages sagte er: „In Gumpendorf spielen Mädchen und Burschen Basketball! Wollt ihr es nicht auch versuchen?“ Am Anfang waren nur acht Mädchen interessiert und begannen mit dem Training am neu errichteten Basketballplatz beim Pfarrheim in der Schloßmühlgasse. Am 5. August 1954 war es soweit, wir hatten unser 1. Spiel, natürlich gegen Gumpendorf, in Bruck.

Der Erdbodenspielplatz war uneben, was uns aber nicht weiter störte, denn wir kannten es ja nicht anders. Später, in der heutigen „Neuen Mittelschule II“ trainierten wir nur auf einen Korb. Im Jahre 1962 wurde der Raiffeisenplatz mit zwei Tennisplätzen und einem Basketballplatz eröffnet. Da waren wir alle sehr glücklich. Über die Straße im ehemaligen Fischgeschäft SILLABER gab es ein Becken mit Dusche und kaltem Wasser!

Ab dem Jahre 1954 war jedes Jahre eine Woche Basketballkurs in der Bundessportschule Obertraun ein Pflichttermin! Diese Trainingswoche wirkte sich sportlich sehr positiv aus. Jedes Jahr Landesmeister zu werden, war auch nicht das Wahre, daher entschlossen wir uns ab 1961 unter dem Namen „BREITENSEE“ in Wien an der Meisterschaft teilzunehmen. Anfangs hieß es: „Die G’scherten kommen!“

Die Wiener wussten aber, die Brucker mit der Anny sind kaum zu bremsen! Die zweite und die erste Wiener Klasse-Meisterschaft haben wir ohne Niederlage beendet. In der höchsten Spielklasse, der Wiener Liga, war sportlicher Höhepunkt für uns der erreichte dritte Platz. Das zweite Jahr war ähnlich, wir mussten die Spiele aber ohne Anny bestreiten – Sohn Lukas kam zur Welt.

Wir kehrten wieder zur niederösterreichischen Landesliga zurück, in der wir wieder siegreich waren.

Zwanzig Jahre lang, liebe Anny, durfte ich mit Dir „schwitzen und kämpfen“ und auch Siege feiern. In guter Erinnerung geblieben sind ferner die Union Landeskampfspiele in Wien und St. Pölten sowie die NÖ-Auswahlspiele in Innsbruck. Diese zwanzig Jahre mit dem Basketballsport und mit Dir zusammen sind im Gedächtnis fest verankert! Ich glaube wir zwei haben den Basketballsport sehr gerne ausgeführt.

In diesem Sinne sage ich Dir, liebe Anny, herzlichen Dank für all die Jahre der Gemeinsamkeit!

Deine Trude